Nahezu sieben Jahrzehnte Kalkwerk RYGOL in Painten

1892

pachtet der Ziegelmeister Johann Rygol seine erste Ziegelei in Kattowitz/Oberschlesien.

Er begründet damit eine Familientradition im Baustoff- und Baubereich, die nun schon seit über hundert Jahren besteht.

1895

übersiedelt er nach Gleiwitz-Petersdorf und erwirbt dort eine Ziegelei. Im Laufe der Jahre entwickelt sich daraus ein angesehener Betrieb der Bau- und Baustoffbranche

1920

gehören dem Unternehmen bereits drei Ziegeleien in Friedenshütte, Ornontowitz und Gleiwitz. Außerdem ein Architekturbüro, eine Bauunternehmung, ein Brunnenbau-Unternehmen sowie ein Sägewerk und eine Tischlerei.

1922

macht sich der älteste Sohn Karl, Baumeister und Architekt, selbstständig und gründet mit seiner Frau Hilde in Gleiwitz eine Bauunternehmung. Bedeutende Bauten der Stadt wie das „Haus Oberschlesien“ werden von dieser errichtet. Drei seiner Geschwister führen die Firmenteile von Johann Rygol nach dem Tod des Vaters erfolgreich fort.

1945

wird der gesamte Familienbesitz enteignet.

1946

pachten Karl und Hilde Rygol, nahezu mittellos, aber voller Mut und Ideen, in Painten bei Kelheim einen Steinbruch von der Bayerischen Forstverwaltung sowie das Natursteinwerk Raßhofer.

Am 10. Mai 1946 nehmen die beiden Werke den Betrieb unter dem Namen Steinbruch Painten Karl Rygol auf.

In den ersten Jahren betreibt Karl Rygol außerdem eine Bauunternehmung, die auch Geschosswohnungsbauten in Regensburg, Parsberg und Hemau errichtet.

1947

Ab dem 1. Oktober 1947 nennt sich die Firma „Kalkwerk und Steinbruch Karl Rygol“. Die Söhne Klaus und Werner, die 1947 und 1948 aus der Kriegsgefangenschaft zurückkommen, unterstützen die Eltern beim Aufbau des Werkes.

1948

der Schachtofen wird in Betrieb genommen. Ebenfalls 1948 erfolgt der Kauf des Steinbruchgeländes.

1951

Bis 1951 besteht das Angebot ausschließlich aus gebranntem Stückkalk, mit Inbetriebnahme der ersten Kugelmühle zusätzlich aus gemahlenem Stückkalk = Feinkalk.

1954

Ab 1.Januar 1954 wird die Firma unter dem Namen Kalkwerk Rygol K.G. geführt. Klaus und Werner Rygol werden Gesellschafter.
Bau des zweiten Schachtofens, eine Hydratanlage für gelöschte Kalke wird 1955 fertiggestellt.

1961

Der Abbau im Steinbruch erfolgt bis zur Installierung eines Vorbrechers 1961 ausschließlich manuell. In dieser Zeit waren bis zu 115 Mitarbeiter im Kalkwerk beschäftigt.
Nach dem Umbau der Ofenventilatoren in den 60er Jahren werden in der Branntkalkproduktion Tagesleistungen von über 160 Tonnen erreicht.
Wie schon auf dem Pachtbetrieb Raßhofer wird auch im eigenen Steinbruch der Abbau der Paintener Kalksteinplatten zur Weiterverarbeitung zu handbossierten Mauersteinen oder naturbelassenen, geschliffenen oder polierten Bodenplatten für innen und außen durchgeführt. Diese Produktpalette wird 1973 eingestellt.

1963

Werner Rygol scheidet als Gesellschafter aus.
Bereits 1957 hatte er in Painten das Rygol-Leichtbauplattenwerk gegründet, das heute von seinem Sohn Michael als Rygol-Dämmstoffwerk mit dem Produktschwerpunkt Styropor-Dämmstoffe geleitet wird.

1968

Klaus Rygol übernimmt die Geschäftsleitung des Kalkwerks. Unter seiner Regie entwickelt sich die Firma zu einem bedeutenden bayerischen Trockenmörtelproduzenten.

1969

in der gerade fertiggestellten Mischanlage werden zunächst vorgemischte Bindemittel wie Putz- und Mauerbinder produziert. Doch schon 1970 kommen die ersten Trockenmörtel wie Paintener Fertigschweiß und Rygol-Maschinenputze hinzu.

1976

Klaus Rygol erwirbt die Sakret-Lizenz für Nordbayern. Rygol wird Gesellschafter der deutschen Sakret-Gruppe, heute SAKRET Trockenbaustoffe Europa.

1977

Bau eines gasbefeuerten Beckenbach-Ringschachtofens mit einer Tagesleistung von 120 t Brannkalk.

1984

eine zweite Mischanlage, die für Massenprodukte konzipiert ist, wird in Turmbauweise erstellt. In diese moderne Anlage ist eine Mischanlage für Wärmedämmputze integriert.
Auch im Kalk- und Kalksteinbereich wird in eine neue Vorbrechanlage, eine Hydratanlage, und eine neue große Brechsandanlage für eine erweiterte Eigenproduktion von Putz und Mörtelsanden investiert.

1985

Werner Rygol, zwischenzeitlich nach dem Ableben von Karl und Hilde Rygol wieder Gesellschafter, veräußert seine Anteile an externe Gesellschafter. Seit 1998 ist von diesen nur noch die Firma Büechl als Juniorpartner zusammen mit der Rygol Beteiligungs-GmbH Gesellschafter.

1990

die Wiedervereinigung der beiden Deutschen Staaten bringt neue Chancen und Möglichkeiten für die Bauwirtschaft und die Baustoffindustrie.
In diesem Jahr erwirbt Klaus Rygol die begehrte Sakret-Lizenz für Sachsen.

1991/1992

wird in den Paintener Mischanlagen rund um die Uhr gearbeitet bis im Frühjahr 1992 die erste Sakret-Sachsen-Produktionsstätte in Zeithain bei Riesa ihre Arbeit aufnimmt.
Die Lizenz wird schon davor in die Gesellschaft Sakret eingebracht, in der Rygol heute Juniorpartner von Büechl ist.

1993

Im August geht in Diethensdorf bei Chemnitz das zweite große Werk der Sakret-Trockenbaustoffe Sachsen in Betrieb.

1994

Im April wird in Painten die dritte Mischanlage in Turmbauweise eingeweiht - eine hochtechnisierte Anlage für Edelputze und Sonderprodukte.

1995

Klaus Rygol übergibt die Geschäftsleitung an seinen Sohn Dr. Wolfgang Rygol, der seit 1986 in der Firma tätig ist.

 

 

Eine 1995 errichtete Nassmischanlage für Grundierungen und Haftbrücken sowie eine Anlage zum Einfärben von Kalk-, Silikat- und Silikonharzfarben erweitern die Mischanlagentechnik in Painten.

1997

Im April wird Rygol Partner der Firma Büechl in der Gesellschaft SSH Sakret-Bohemia, heute Sakret CZ k.s., mit einem Werk in Ledcice, nördlich von Prag.

1999

Büechl und Rygol gründen SAKRET Slovakia k.s.

2000

wird im Westen Ungarns das erste Werk der SAKRET Hungaria Bt. eröffnet. Auch in dieser Firma ist Rygol Partner von Büechl.

2009

Im Herbst geht eine 16000 m² große Freiflächen-Photovoltaikanlage ans Netz. Sie liefert ca. 900000 kWh/Jahr

Inbetriebnahme des zweiten Werkes von SAKRET Hungaria, südlich von Budapest.

2010

In einer fünften Mischanlage werden in Painten jetzt auch kunstharzgebundene Mörtel für den Garten- und Landschaftsbau sowie für den Tiefbau hergestellt.

2013

Inbetriebnahme einer KWK (Kraft-Wärme-Kopplung) mit Gasturbine